Dirk Funk Karriere Glauben Heute

An was hast Du früher (in Deiner Karriere) geglaubt, das Du heute anders siehst?

Autor:

Lesezeit:

Dirk Funk

3 Min.

Kennst Du das auch? In den ersten Jahren unserer Berufstätigkeit glauben wir manchmal an Dinge, die sich später anders oder sogar als Trugschluss herausstellen?

Oftmals überschreiben wir diese Dinge einfach mit den neuen Erkenntnissen und Gegebenheiten, sodass sie in unserer Rückblende und Reflektion nicht mehr auftauchen. Sie sind vielmehr in einen Nebel gehüllt, fast als wären sie eine diffuse Erinnerung oder etwas, das uns mal jemand erzählt hat.

Und tatsächlich ist es doch eigentlich genau so. Es hat uns jemand erzählt. Und wenn es keine andere Person war, dann haben wir es irgendwo gelesen oder waren es höchstwahrscheinlich selbst.

Also, wenn Du mal aktiv darüber nachdenkst…
An was kannst Du Dich erinnern?

Bei mir ist es beispielsweise der Gedanke, dass man niemals eine zweite Chance hat, einen ersten Eindruck zu hinterlassen.
Grundsätzlich denke ich, dass die Annahme stimmt. Wenn der erste Eindruck nicht passt oder man ihn, warum auch immer, versemmelt, ist genau dieser Eindruck entstanden. Oder?

Aber ist es wirklich so oder gehen wir einfach nur davon aus, dass es so ist oder sein muss?

Hinterfragen wir es am Ende des Erstkontakts, des Gesprächs, des Telefonats? Welcher Eindruck ist entstanden? Hat es Ihnen gefallen? Was könnte ich besser machen, was weglassen oder hinzufügen?
Machen wir unserem Gegenüber deutlich, dass wir von einer Annahme ausgehen, diese hinterfragen oder vielleicht sogar noch abfragen, wie wir den Eindruck revidieren, verbessern oder wenigstens anpassen können?

In der Regel nicht, oder?

In der Regel passiert dies – wenn es nicht vollkommen offensichtlich ist – nur in unserem Kopf. Und dabei spielt es keine Rolle, ob der Eindruck positiv oder negativ ist. Wir fragen nicht und gehen davon aus, dass wir schon richtig liegen werden.
Gleiches gilt nach meiner Erfahrung für geschriebenes Wort.

Statt zu lesen und nur zu lesen, was geschrieben steht. Ohne Absicht, ohne Annahme, ohne Interpretation – machen wir genau das: Wir denken die Absicht zu kennen, wir gehen von Annahmen aus, interpretieren die Worte. Ohne zu hinterfragen, dafür aber, um “zwischen den Zeilen” zu lesen. Und stecken Menschen dadurch eventuell zu schnell in gewisse Schubladen.

Manchmal werde ich von Klienten gefragt, wie ich einen Text lesen und welche Schlüsse ich daraus ziehen würde. Und in aller Regel lese ich nur, was geschrieben wurde. Manchmal, aber eher selten, habe ich eine Überdeckung mit meinem Klienten. Viel häufiger höre ich Sätze wie: “Ja, so kann man das natürlich auch lesen, aber ich verstehe es eher so, als würde er / sie mir etwas anderes sagen wollen!”. Ich frage dann meistens: “Und das steht wo genau in diesem Text?”. Hier wird es in der Regel etwas ruhiger und mein Gegenüber fängt an darüber nachzudenken. Das funktioniert nicht immer und ich liege auch nicht immer richtig.

Aber wenn wir uns nicht sicher sind, was der Absender uns sagen möchte, warum fragen wir sie / ihn dann nicht einfach?

Was ist so schwer daran sich und anderen einzugestehen, dass man gerade versucht ist, etwas falsch einzuordnen, falsch zu bewerten, zu interpretieren und damit vermeintlich in die falsche Richtung zu laufen und zu agieren? Was ist die Folge davon und was ändert sich hierdurch in der Kommunikation und der Zusammenarbeit?

Wenn ich im Straßenverkehr aus Versehen falsch abbiege und es hoffentlich bemerke, dann drehe ich doch auch und ändere die Fahrtrichtung und fahre nicht einfach weiter. Oder?

Also, was hält Dich ganz konkret davon ab, Dein eigenes Verhalten und nicht nur das Verhalten der anderen zu hinterfragen, die Motive zu klären oder auch einmal abzufragen, was der / die andere sich wünscht oder was er / sie meint?
Was würde sich hierdurch ändern?

  • An Deiner Wahrnehmung? Über Dich selbst und die andere Person?
  • An der Wahrnehmung der anderen Person über Dich und sie selbst?
  • An Eurer Zusammenarbeit, an der Bindung, dem Verhalten, der Kommunikation und dem persönlichen Klima?

Und ist dies nicht nur eine erste Idee, unser Verhalten und unsere antrainierten Reaktionen und Muster zu beleuchten?
Gibt es ggf. weitere Fehlannahmen, falsche Interpretationen und Einschätzungen und betrifft das Thema nur unsere Arbeitswelt oder möglicherweise auch unser privates Umfeld?

Was könnte sich für uns und die anderen beteiligten Personen verändern. Möglicherweise sogar positiv?
Vielleicht willst Du den Gedanken “bei Gelegenheit” mal vertiefen?

Gemeinsam sind wir besser. Deshalb freue ich mich, wenn Du weitere Ideen oder Rückmeldungen zu diesem Thema hast. Teile Deine Gedanken bitte in den Kommentaren, damit wir alle damit arbeiten und darauf rum denken können.

Viele Grüße und ciao for now

Dirk

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